Geschichte und Grundlagen der traditionellen chinesischen Medizin

Bereits in der Antike war man in China überzeugt vom engen Zusammenspiel zwischen Phänomenen der Natur und körperlichem Wohlbefinden. Anfangs eher spiritueller Glaube als Wissenschaft entwickelte sich die chinesische Medizin zur heute auch in der westlichen Welt bekannten naturkundlichen Medizin. Außerhalb Chinas hat sich die Bezeichnung TCM als Kürzel für die traditionelle chinesische Medizin etabliert, während der vorangestellte Zusatz „traditionell“ im ostasiatischen Raum unüblich ist. Dort heißen die verschiedenen therapeutischen Verfahren zhōngyī, was übersetzt „chinesische Medizin“ bedeutet. Typische Behandlungsmethoden sind Arzneimitteltherapien auf Basis von Pflanzenheilmitteln, Ernährungstherapien, Bewegungstherapien wie Qi Gong sowie Akupunktur und Akupressur.

Die TCM-Urprinzipien

Im Zentrum der traditionellen chinesischen Medizin steht das sogenannte Qi entsprechend der chinesischen Weltanschauung des Daoismus. Dieser ist neben dem Konfuzianismus und dem Buddhismus eine der „Drei Lehren“. Qi ist eine elementare Größe, die alles durchdringende emotionale Energie und Lebenskraft – ein Naturprinzip, das aufs Engste mit dem Yin-Yang-Gleichgewicht und den fünf Wandlungsphasen verbunden ist. Das Qi pulsiert durch Leitbahnen, die Körpermeridiane.

Um das TCM-Wirkungsprinzip zu verstehen, musst Du das Dao als Naturprinzip der Lebensvorgänge begreifen, die vom komplementären Wesen des Yin und Yang sowie durch die Wandlungsphasen der fünf Elemente beeinflusst werden. Die fünf Elemente sind mit dem ganzen Körper, dem Körpergefühl, den inneren Organen, Hohlorganen und Sinnesorganen in positiven und negativen Zyklen verbunden.

Was du über die Bedeutung von Yin und Yang wissen solltest

Vereinfacht ausgedrückt geht es um Gegensätze und Spannung im Sinne von dynamischen Prozessen, die das Qi im Gleichgewicht halten. Wichtig ist es, das Positive und Negative, Licht und Schatten, Wärme und Kälte, Wandel und Bewahrung hier nicht im Sinne von „gut“ oder „schlecht“ zu beurteilen. Yin und Yang symbolisieren in der traditionellen chinesischen Medizin gänzlich wertungsfrei den stetigen Wandel im Lebenszyklus des Menschen. Yin gilt als erdverbundene, empfangende und negative Kraft, Yang steht für die himmlischen, schöpferischen und positiven Komponenten, die den Körper und seine Funktionen beeinflussen.

Die fünf Elemente und ihre Wandlungsphasen

Wenn von 5 Elemente TCM die Rede ist, sind damit Holz, Feuer, Erde, Metall und Wasser gemeint. Diese gelten in der TCM als Elemente, die untereinander in Beziehung stehen mit denen bestimmte Jahreszeiten, Farben, Entwicklungsstufen und Himmelsrichtungen verbunden sind. Die TCM-Ernährungslehre ordnet Lebensmitteln innere Eigenschaften zu, die den fünf Elementen entsprechen. Positive und negative Zyklen der Erschaffung (Sheng-Zyklus) und der Zerstörung (Ke-Zyklus) prägen deren Wandlungsphasen. Die traditionelle chinesische Medizin stellt daraus einen direktem Bezug zu den Organen her. Für TCM-Ärzte ist die Analyse des Zusammenspiels und der Wechselbeziehungen Basis der Diagnose und Therapie von Krankheitsbildern sowie Grundlage für Ernährungsempfehlungen.